GlüStV: Wie einfach ist die Limiterhöhung auf 10.000 € pro Monat?

Laut Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) darf das anbieterübergreifende Einzahlungslimit grundsätzlich 1.000 Euro pro Monat und Spieler nicht übersteigen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es jedoch möglich, deutlich höhere Limits für Online-Glücksspiele in Anspruch zu nehmen. An den Verfahren zur Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zur Limiterhöhung wurde nun jedoch Kritik laut.
Als wir im November 2022 über die nervigsten Spielerschutzvorschriften in den deutschen Online Casinos berichteten, ging es unter anderem auch um das anbieterübergreifende monatliche Einzahllimit in Höhe von 1.000 Euro. Mittlerweile ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, das Standardlimit auf bis zu 10.000 Euro pro Monat zu erhöhen. Zum Einsatz kommt hierfür insbesondere das Schufa-G-Verfahren, das die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des jeweiligen Spielers überprüfen soll. Spielerschützer warnen nun jedoch davor, dass die Erhöhung des Limits auf 10.000 Euro pro Monat in der Praxis viel zu einfach vonstattengeht.
Anbieterübergreifendes Einzahlungslimit erhöhen mit Schufa-G-Verfahren
Im § 6c GlüStV heißt es, dass das „anbieterübergreifende Einzahlungslimit grundsätzlich 1.000 Euro im Monat nicht übersteigen darf“. Allerdings sind Ausnahmen möglich, sofern keine Spielsuchtgefährdung besteht und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Spielers sichergestellt ist. Um letztere Voraussetzung zu erfüllen, kommt seit einiger Zeit das sogenannte Schufa-G-Verfahren zum Einsatz. Hierbei wird allerdings nur überprüft, ob der jeweilige Spieler verschuldet ist, eine entsprechende Zahlungsmoral hat oder gegebenenfalls mit Rechnungen im Rückstand ist. Wer sein Einzahlungslimit erhöhen möchte, muss natürlich im Vorfeld einen entsprechenden Antrag einreichen, der überprüft wird.
Kritiker bemängeln, dass die Schufa-G-Anfrage nicht geeignet ist, um tatsächlich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit im erforderlichen Umfang beurteilen zu können. Schließlich setzt die Freigabe, jeden Monat bis zu 10.000 Euro (!) in deutschen Online Spielotheken einzahlen zu dürfen, ein weit überdurchschnittliches Vermögen bzw. Einkommen voraus. Der Großteil der deutschen Bevölkerung wird es sich nämlich schon nicht leisten können, monatlich 1.000 Euro in Online Spielotheken zu verspielen.
Denkbar wäre es, dass die Schufa-G-Anfrage bei einem Auszubildenden mit einem monatlichen Einkommen in Höhe von gut 1.000 Euro grünes Licht dafür gibt, dass eben diese Person bis zu 10.000 Euro pro Monat in deutschen Online Spielotheken einzahlen und im schlimmsten Fall auch verlieren darf. Bereits im vergangenen September haben wir uns bei GambleJoe die Frage gestellt, wie gut Spieler in lizenzierten Online Spielotheken geschützt werden.
Besser geeignet als das Schufa-G-Verfahren sollen andere Parameter wie beispielsweise Bankauszüge oder ein aktueller Einkommenssteuerbescheid sein. Auch Gehaltsabrechnungen können unter Umständen dazu geeignet sein, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachzuweisen.
Ist ein noch höheres Einzahlungslimit als 10.000 Euro pro Monat einstellbar?
Tatsächlich ist es unter noch strengeren Voraussetzungen möglich, ein noch höheres monatliches Einzahlungslimit als 10.000 Euro pro Spieler in Anspruch zu nehmen. Die entsprechende Entscheidungsrichtlinie dazu findet sich im § 6c Absatz A Satz 3 GlüStV, wo es unter anderem heißt, dass unter Umständen ein „abweichender Betrag festgesetzt werden kann“. Die Rede ist von einem anbieterübergreifendem Einzahlungslimit in Höhe von bis zu 30.000 Euro pro Monat. Dieses exorbitant hohe Limit darf jedoch maximal für 1 % aller Spielerinnen und Spieler gelten. Selbstverständlich kann ein erhöhtes Einzahlungslimit auch wieder reduziert wird, wenn sich beispielsweise herauskristallisiert, dass der jeweilige User mit dem höheren Limit nicht entsprechend verantwortungsbewusst umgeht.
Quelle des Bildes: https://pixabay.com/de/photos/geld-geldscheine-euro-banknote-2801484/
Um einen Fehler zu melden, musst du dich zuerst kostenlos bei GambleJoe registrieren.
9 Kommentare zu: GlüStV: Wie einfach ist die Limiterhöhung auf 10.000 € pro Monat?
Kommentar verfassenbtssultan
Aus... meiner Sicht gehört dieses "Verbot" aufgehoben, da jede Person volljährig sein muss um spielen zu dürfen und somit auch selbst entscheiden sollte, wie viel Geld er investieren möchte und nicht der Staat einem dies vorzuschreiben hat.
Ich kann Online tausende von Euro für Shopping ausgeben pro Monat ohne Nachweis der Schufa, interessiert niemanden. Aber bei Glücksspiel muss ich es mir vorschreiben lassen, recht lachhaft diese Gesetzgebung des Glücksspielstaatsvertrages.
Mehr anzeigen
Christian_1994
06.04.2025 um 10:10 UhrAber natürlich verstehe ich deinen Punkt und bin grundsätzlich auch der Meinung, dass ein Erwachsener selbst entscheiden soll, ob und wenn ja mit wie viel Geld er spielt Mehr anzeigen
frapi07
06.04.2025 um 10:53 UhrXXLEONIDASXX
05.04.2025 um 15:09 UhrMax_Bet
Donnie
05.04.2025 um 14:00 Uhrfrapi07
05.04.2025 um 14:56 UhrMan muss ja... nicht einmal immer selbst klicken Mehr anzeigen
Donnie
05.04.2025 um 16:41 Uhrfrapi07
05.04.2025 um 16:50 UhrUnsere Community lebt von deinem Feedback – also, mach mit!
Du möchtest selbst Kommentare auf GambleJoe schreiben? Dann erstelle dir einfach ein GambleJoe Benutzerkonto.